Kurzkettige Fettsäuren stärken die Knochen

Mit Müsli gegen Arthritis: Dauerhaft artenreicher Bakterienmix im Darm unterstützt den Stoffwechsel

Mehr als lecker: Ballaststoffreiches Müsli hat offenbar auch einen positiven Einfluss auf Gelenkerkrankungen wie Arthritis. © JENIFOTO / FOTOLIA

Eine ballaststoffreiche Kost beeinflusst den Krankheitsverlauf von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthritis positiv und führt zur Stärkung der Knochen. Das haben Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) herausgefunden. Demnach helfen ein morgendliches Müsli und täglich ausreichend Obst und Gemüse, einen artenreichen Bakterienmix im Darm aufrechtzuerhalten.

Darmbakterien und Immunsystem

Laut den Erkenntnissen sind es nicht die Darmbakterien selbst, sondern ihre Stoffwechselprodukte, die das Immunsystem beeinflussen und damit auch auf Autoimmunerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis wirken. Unklar ist aber noch, wie die „Verständigung“ zwischen Darmbakterien und Immunsystem abläuft und wie gegebenenfalls die Bakterien positiv beeinflusst werden könnten.

Fettsäuren haben Einfluss auf Gelenke

Im Fokus der Analyse der FAU-Forscher stehen insbesondere die kurzkettigen Fettsäuren namens Propionat und Butyrat, die innerhalb von Gärprozessen der Darmbakterien gebildet werden. Diese Fettsäuren sind unter anderem in der Gelenkflüssigkeit zu finden. Mediziner nehmen an, dass sie einen wichtigen Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit der Gelenke haben. Ihre Ergebnisse haben die bayerischen Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht.

Verlangsamter Knochenabbau durch Fettsäuren

Laut den Experten verändert eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung die Darmflora so, dass mehr kurzkettige Fettsäuren, vor allem Propionat, gebildet werden. Sie konnten eine erhöhte Konzentration der kurzkettigen Fettsäure unter anderem im Knochenmark nachweisen, wo das Propionat bewirkte, dass sich die Zahl der knochenabbauenden Zellen verringerte und damit auch den Knochenabbau deutlich verlangsamte.

Kurzkettige Fettsäure: Propionat

Propionat wird schon seit den 1950er-Jahren als Konservierungsmittel in der Backindustrie verwendet und ist als Vertreter kurzkettiger Fettsäuren nach EU-Richtlinien als Nahrungsmittelzusatzstoff überprüft und zugelassen.

Innovative Therapie bei Gelenkerkrankungen

„Unsere Erkenntnisse bieten einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung innovativer Therapien bei entzündlichen Gelenkerkrankungen sowie für die Behandlung von Osteoporose, die häufig bei Frauen nach der Menopause auftritt“, sagt der Studienleiter Mario Zaiss.

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