Hochsaison für Erkältungen

Der Niesreflex sollte nicht unterdrückt werden, damit kein Überdruck im Kopf entsteht

Das Niesen sollte nicht unterdrückt werden, da sich der Niesreflex sonst einen anderen Weg sucht und Überdruck im Kopf entstehen kann. © VRD / FOTOLIA

Prusten, schniefen und schnäuzen - im Winter haben diese menschlichen Geräusche Hochsaison. Manchmal hört man aber auch ein weniger rücksichtsvolles Hochziehen des Nasenschleims oder ein leises unterdrücktes Niesen mit zugehaltener Nase. „Beides ist nicht sinnvoll und kann die Erkältung sogar verschlimmern“, sagt Martin Hänel vom Servicezentrum der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Lübeck.

Unterdrücktes Niesen kann schädlich sein

Viele versuchen, das Niesen zu unterdrücken, um in der Öffentlichkeit nicht unnötig aufzufallen. Beim Niesen kann Luft mit Geschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern durch die Nase schießen. Hält man sich die Nase zu, sucht sich der Niesreflex einen anderen Weg: Durch den entstehenden Überdruck im Kopf können Äderchen platzen, im schlimmsten Fall sogar das Trommelfell im Ohr. Hat der Betroffene kein Taschentuch parat, in das er in der Öffentlichkeit dezent hinein niesen kann, hilft die Armbeuge, um seine Mitmenschen vor der Niesattacke zu verschonen.

Nase putzen oder hochziehen?

Beim Schnupfen gehen die Expertenmeinungen auseinander. Die einen halten das Hochziehen deswegen für besser, weil dadurch Sekret und Keime nicht in die Nasenhöhlen gedrückt werden. Andere dagegen vertreten die Auffassung, dass gerade durch das Schniefen Keime von der Nase in den Rachen und unter Umständen in die Atemwege gelangen könnten. So kann dann schnell aus einem Schnupfen eine Bronchitis werden. „Das empfohlene Mittel der Wahl heißt in diesem Fall also: Vorsichtig in ein Papiertaschentuch schnäuzen, am besten beide Nasenlöcher getrennt und dabei nicht zu heftig schnauben“, rät Hänel. „Das Taschentuch nur einmal benutzen und anschließend sofort in den Mülleimer werfen.“

Händewaschen als Schutz vor Erkältungen

Die beste Maßnahme gegen Erkältungen ist, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Erkältungsviren verbreiten sich über winzige Tröpfchen, die sich beim Niesen, Husten oder Schnäuzen auf Türklinken, Treppengeländern oder Haltegriffen in Bussen und Bahnen ablagern. Beim Anfassen gelangen die Viren an die Hände und von dort weiter an Nase oder Mund. Darum sollte man vermeiden, sich ins Gesicht fassen. Vor allem bietet gründliches Händewaschen einen guten Schutz vor Erkältungen.

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