Schlafstörungen durch Smartphone und Co.

Smartphone und TV sorgen bei vielen Norddeutschen für schlechten Schlaf

Wer im Bett noch im Netz surft, die E-Mails checkt oder Filme schaut, riskiert eine schlaflose Nacht. Denn das blaue Licht von Smartphones und Tablets stört die Produktion des Schlafhormons Melatonin. © FOCUS POCUS LTD / FOTOLIA

Fast 40 Prozent der Norddeutschen finden abends häufig nicht in den Schlaf, weil sie noch lange fernsehen. Das ergab die Studie „Schlaf gut, Deutschland“ der Techniker Krankenkasse (TK). Auch gab fast jeder Dritte an, noch lange vor dem Schlafen gehen im Internet zu surfen, zu chatten oder sich mit Computerspielen zu vergnügen. Das Problem: Viele vergessen die Zeit, wenn sie online sind.

Gesenkte Melatonin-Produktion durch Smartphones

Jeder zehnte Norddeutsche gibt an, sich häufig durch das Handy auf dem Nachttisch oder neben dem Kopfkissen stören zu lassen, bei den Jüngeren sind es deutlich mehr. „Unser Schlafverhalten wird durch das blaue Licht von Smartphones und Tablets gestört. Wer vor dem Schlafen noch eben Social-Media-Plattformen nutzt oder auf Streaming Portalen eine Episode der Lieblingsserie schaut, riskiert eine um 55 Prozent gesenkte Melatonin-Produktion. Damit wird die Steuerung des Tag- Nacht-Rhythmus beeinflusst“, erklärt Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. „Die Einschlafphase dauert länger und die Zeit, in der das Gehirn kognitive Eindrücke verarbeitet, ist weniger intensiv.“

Gegenmaßnahmen für Schlafräubern

Wichtig ist es zu unterscheiden zwischen den Schlafräubern, die man allein kaum in der Hand hat und denen, die jeder selbst beeinflussen kann. Erstere erfordern entsprechende Gegenmaßnahmen seitens der Gesundheits- und Unternehmenspolitik, etwa optimierte Arbeitszeitmodelle. Letztere sind ein Appell an die Eigenverantwortung des Einzelnen: Schon mit kleinen Lebensstilveränderungen, wie nachts das Handy auszuschalten oder auf Flugmodus zu stellen, kann man viel erreichen. So üben 61 Prozent der Norddeutschen Selbstkritik - sie würden am ehesten Zeit beim Fernsehen einsparen, um mehr schlafen zu können. Die Hälfte möchte Internetaktivitäten und Computerspiele durch mehr Schlaf ersetzen.

Schlafmittel helfen nur kurzfristig

Um schlafen zu können, nimmt eine kleine Minderheit von zwei Prozent der Norddeutschen Schlaftabletten ein. Davon weist jedoch jeder Zweite einen problematischen Konsum von Schlafmitteln täglich oder mehrmals die Woche auf. „Die Mehrheit zeigt offenbar ein Bewusstsein dafür, dass Schlafmittel kurzfristig helfen können, nicht aber bei jobbedingten Schlafproblemen. Denn die Wirkung lässt auf Dauer nach und es besteht die Gefahr einer körperlichen Abhängigkeit. Zudem können Nebenwirkungen wie Konzentrationsstörungen und Benommenheit auftreten“, erklärt Dr. Johann Brunkhorst.

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