Schutz vor Erkältungen

So kann man den Erkältungsviren effektiv vorbeugen

Regelmäßige Saunagänge stärken das Immunsystem. Je fitter dieses ist, desto mehr hat der Körper Krankheitserregern entgegenzusetzen. © ZEROCOOL / PIXABAY

Der Kollege am Schreibtisch gegenüber niest und befördert damit Millionen von Keimen meterweit durch die Luft. Anschließend kleben sie stundenlang auf Tastaturen und Türgriffen. Einmal angefasst und mitgenommen, gelangen sie durchs Augenwischen, An-die-Nase-Fassen oder auch über den Mund schnell auf die eigenen Schleimhäute. Schon hat die Erkältung wieder jemanden erwischt.

Prävention gegen Erkältungen

Erwachsene bekommen im Durchschnitt zwei bis vier Erkältungen pro Jahr, meist in der kalten Jahreszeit. „Um gegen Erkältungsviren möglichst gut gewappnet zu sein, sollte man die eigene Abwehr stärken, sich regelmäßig die Hände waschen, Abstand zu Erkrankten halten und Menschenmengen meiden“, sagt Anja Debrodt, Ärztin im AOK-Bundesverband. Falls man Bus oder Bahn fahren muss, bindet man sich am besten einen Schal vor den Mund. Erkältungsviren verbreiten sich auch über alles, was mit dem Mund oder der Nase eines erkälteten Menschen in Berührung kommt. Dazu gehören neben Tassen und Gläsern, aus denen eine erkrankte Person getrunken hat, erst recht gebrauchte Taschentücher. Daher ist es wichtig, benutzte Taschentücher nicht herumliegen zu lassen, sondern sie nach Gebrauch zu entsorgen.

Das Immunsystem stärken

Zudem gilt: regelmäßig durchlüften, um Viren heraus- und frische Luft wieder hineinzulassen. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum und hält die Schleimhäute feucht. Trockene Luft reizt die Schleimhäute und sie nehmen Erreger schneller auf. Je fitter das Immunsystem ist, desto mehr hat der Körper den Erregern entgegenzusetzen. Gerade im Winter ist es deshalb wichtig, darauf zu achten, genug frische Luft im Freien zu tanken. „In der Mittagspause regelmäßig Spaziergänge unternehmen, so entkommt man den Büro-Erregern und stärkt sich gleichzeitig“, rät Debrodt. Dazu braucht der Körper neben der Bewegung eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Ballaststoffen sowie genug Flüssigkeit. Auch regelmäßige Saunagänge und Wechselduschen stärken das Immunsystem. Menschen mit Vorerkrankungen sollten vorab ihren Arzt fragen, ob diese Maßnahmen für sie geeignet sind.

Erkältung vorbeugen mit Vitamin C oder Echinacea

Um Erkältungen vorzubeugen oder zu behandeln, werden oft Vitamin C oder Echinacea (Präparate mit Extrakten aus Sonnenhut) sowie Zink empfohlen. Manche Menschen beginnen bereits ein paar Wochen vor der Erkältungssaison damit, diese Mittel einzunehmen. Deren schützende Wirkung ist aber begrenzt. Eine zuverlässige Beurteilung der Vor- und Nachteile dieser Mittel ist derzeit nicht möglich, da nur wenige Studiendaten vorliegen oder zu widersprüchlichen Ergebnissen führen. Die Forschung geht davon aus, dass die vorbeugende Einnahme von Vitamin C für die meisten Menschen keinen Schutz vor Erkältungen bietet, sondern lediglich die Dauer der Beschwerden geringfügig verkürzen beziehungsweise den Schweregrad der Erkältung minimal mindern kann. Wenn man erst bei den ersten Symptomen anfängt, Vitamin C einzunehmen, hat das keine Auswirkungen auf die Erkältung. Ein Zuviel an Vitamin C scheidet der Körper wieder aus.

Tipps bei Erkältungen

Wen die Erkältung trotzdem erwischt, der braucht Ruhe und etwas Geduld. „Sport und körperliche Anstrengungen sollten Erkältete unterlassen. Gegen einen Spaziergang ist dagegen nichts einzuwenden“, so Debrodt. Lindernd wirken sich Kräutertees, Quarkwickel gegen Halsschmerzen oder warme Fußbäder aus. Auch viel trinken ist wichtig. Um Schleim in Bronchien und Nase zu verflüssigen, sollten es täglich zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee sein. Zu viel Flüssigkeit kann manchen Menschen, etwa Patienten mit Herzschwäche, schaden. Daher sollten sie den Arzt danach fragen.

Der Gang zum Arzt bei Erkältungen

Eine Erkältung ist meist harmlos, oft ist das Schlimmste binnen einer Woche überstanden. Bis die Erkältung ganz verschwunden ist, kann es schon mal etwas länger dauern. Bessern sich die Symptome nicht, kommen Fieber, Hals- und Ohrenschmerzen oder Schmerzen im Stirnbereich und unter den Augen hinzu, dann sollten Erkrankte zum Arzt gehen. Debrodt: „Nur so kann ausgeschlossen werden, dass sich weitere Erkrankungen entwickeln, zum Beispiel eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, der Stirn- oder Kieferhöhlen, des Mittelohrs oder der Lunge.“

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