Blutdruck selber messen

Für genauere Werte und eine Versorgungsverbesserung empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga eine regelmäßige Selbstmessung des Blutdrucks im häuslichen Umfeld

Personen über 50 Jahre sollten ihren Blutdruck regelmäßig checken. Dies gelingt mit automatischen Blutdruckmesssystemen ganz einfach. © PICTUREFACTORY / ADOBE STOCK

Bluthochdruck führt oft zu Herz- Kreislauf-Erkrankungen: Rund 50 Prozent der Schlaganfälle und Herzinfarkte gehen darauf zurück. Die Maßeinheit des Blutdrucks wird „Millimeter Quecksilbersäule“ genannt, abgekürzt mmHg. Eine effektive Senkung des Bluthochdrucks bereits um wenige mmHg kann das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich verringern. Daher ist es wichtig, die tatsächliche Höhe des Blutdrucks so genau wie möglich zu erfassen.

Oft unzureichende Gelegenheitsblutdruckmessung

„Gerade bei Messungen in der Arztpraxis gelingt es nur unzureichend, möglichst genaue Blutdruckwerte zu erheben“, sagt Prof. Dr. Bernd Sanner, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga e.V. (DHL). „Es handelt sich dabei ja um eine Gelegenheitsblutdruckmessung, die nur zu wenigen Zeitpunkten durchgeführt wird.“ Zudem sei zu bedenken, dass Patienten in der Praxis andere Blutdruckwerte haben können als im häuslichen Umfeld. „Fallen sie beim Arzt höher aus, spricht man von einer Weißkittelhypertonie, fallen sie niedriger aus, liegt eine ,maskierte' Hypertonie vor“, sagt der Experte.

Regelmäßig zu Hause Blutdruck messen

„Betroffene sowie prinzipiell alle Menschen über 50 Jahre sollten ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause messen“, rät Sanner, der neben seinem Engagement für die DHL als Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Wuppertal tätig ist. Zum Einsatz kommen dabei vor allem automatische Blutdruckmesssysteme, wie sie zunehmend auch in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Rehakliniken verwendet werden.

Vorsicht vor Fehlern bei der Blutdruckselbstmessung

Ein großes Problem dabei sei jedoch ein falsches Messen, sagt Sanner. „Anstatt die Behandlung zu unterstützen, könnten falsch erhobene Werte einer Selbstmessung dann eine erfolgreiche Therapie verhindern.“ Auf korrekte Messbedingungen müsse daher unbedingt geachtet werden. „Beachtet man dabei einige Regeln, ist die Blutdruckselbstmessung aber nicht schwer“, betont der Mediziner. „Dazu zählen zum Beispiel eine Messung in entspanntem Zustand im Sitzen sowie die richtige Größe der Blutdruckmanschette.“ Während bei der Gelegenheitsblutdruckmessung beim Allgemeinmediziner ein Blutdruckwert von kleiner als 140/90 mmHg als normal gilt, liegt der Grenzwert bei der Blutdruckselbstmessung bei 135/85 mmHg.

Genaues Blutdruck messen hilft

Die korrekte Blutdruckmessung im häuslichen Umfeld könne die Versorgungssituation wesentlich verbessern: „Je genauere Werte dem Arzt vorliegen, umso effektiver kann er die Therapie gestalten“, sagt Sanner. „Zudem kann bislang unentdeckter Bluthochdruck rechtzeitig erkannt werden, wodurch sich das Risiko für Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verringern lässt.“

Richtig Blutdruck messen:

- Immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen.

- Die Messung sollte erst nach fünf Minuten ruhigen Sitzens im entspannten Zustand stattfinden.

- Beine nicht überkreuzen.

- Den zu messenden Arm auf den Tisch legen.

- Der Unterrand der Blutdruckmanschette eines Oberarmmessgeräts sollte 2,5 Zentimeter über der Ellenbeuge enden (Manschette in Herzhöhe). Auf die richtige Größe der Blutdruckmanschette achten: Ist sie zu klein, wird ein zu hoher Blutdruckwert ermittelt.

- Bei der Messung mit einem Handgelenkblutdruckmessgerät ist unbedingt darauf zu achten, dass sich die Messmanschette in Herzhöhe befindet.

- Sind die Blutdruckwerte an beiden Armen unterschiedlich, gilt stets der höhere Blutdruckwert.

- Wiederholungsmessungen sollten frühestens nach einer halben Minute stattfinden. Empfohlen werden zwei Messungen hintereinander, wobei der zweite, in der Regel niedrigere Wert zählt.

- Bei Herzrhythmusstörungen ist zu prüfen, ob das eingesetzte Gerät verlässliche Werte liefert und daher verwendet werden kann.

- Es sollten nur validierte Blutdruckmessgeräte zum Einsatz kommen. Empfohlen werden vor allem Geräte, die das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga tragen.

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