Ungenutzter Leistungsanspruch in der Pflege

Pflegebedürftigen stehen oft Entlastungsbeträge zu - Informationsmangel hält viele von Antragstellung ab

Pflegebedürftige rufen nur selten Leistungen ab. © PXB

Pflegebedürftige, die Leistungen der ambulanten Pflege erhalten, haben zudem Anspruch auf einen Entlastungsbetrag von bis zu 125 Euro monatlich, etwa für Unterstützung im Alltag. Dieser Betrag wird jedoch wenig genutzt: Nur wenig mehr als ein Drittel ihrer Anspruchberechtigten macht von der Leistung Gebrauch, teilt die Viactiv Pflegekasse mit. Bundesweit haben im laufenden Jahr bei der Viactiv nur rund 37 Prozent der Anspruchsberechtigten Rechnungen zu Entlastungsleistungen eingereicht. In Lübeck sind es sogar lediglich 32 Prozent.

Fehlendes Wissen über Kostenerstattung

„Warum Versicherte diese Leistung nur sehr eingeschränkt nutzen, ist nicht eindeutig bekannt. Ein Grund ist sicher Informationsmangel. Aber auch der Weg der Kostenerstattung wird manchen Pflegebedürftigen von der Antragstellung abhalten“, vermutet der Vorstandsvorsitzende Reinhard Brücker.

Leistungsanspruch auf das Folgejahr übertragen

Pflegebedürftige Menschen, die ihren Leistungsanspruch bislang noch nicht ausgeschöpft haben, können ihn grundsätzlich in das Folgejahr übertragen. Das gilt auch noch für Ansprüche aus 2015 und 2016: Diese können noch bis zum 31. Dezember 2018 genutzt werden. Nicht ausgeschöpfte Leistungen aus dem laufenden Jahr können nur bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen werden. Das Geld kann zum Beispiel für teilstationäre Pflege, Kurzzeitpflege oder für Unterstützung im Alltag, etwa haushaltsnahe Dienstleistungen, eingesetzt werden.

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